Das Programm im Juli
Programmübersicht Fantastic Mr. Fox Bedways Five Minutes of Heaven The Messenger The Hurt Locker Starship Troopers Berlin Calling Atom Egoyan zum 50. Geburtstag The Adjuster Exotica Ararat Family Viewing Der Tag des Spatzen
Filmemacher zu Gast im Kino
29.07. 18:00 Uhr
Der Tag des Spatzen
Dokumentarfilm, D 2010
Publikumsgespräch mit Regisseur Philip Scheffner und Co-Autorin Merle Kröger
Kinderkino
Sommer 2010

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102 Jahre Kino
Tilsiter Lichtspiele
Das Kino im Berliner Stadtteil Friedrichshain ist das älteste noch lebende Berliner Programmkino, gegründet 1908 und benannt nach der damaligen Tilsiter Straße. 1961 - im Jahr des Baus der Berliner Mauer - geschlossen und nach Sowjetsk (ehemals Tilsit) abtransportiert, wurde das Kino 1994 wieder zurückgegeben und von engagierten Filmemachern und -freunden neu eröffnet, nun mit einer gemütlichen Kneipe dazu, denn der Mensch lebt ja nicht vom Film allein [..]
Der Wendekultfilm
Die Wahrheit
über die Stasi
Erstellung: Arbeitsgruppe 1
Länge: 50 min, D 1991/2008
Verleih: Tilsiter Lichtspiele (DVD)
Die DDR im damals utopisch fiktiven Jahr 2008 - ein Jahr vor dem 60. Geburtstag der Republik - als ewig währender, realsozialistischer Kostümball. Staatssicherheit und Opposition in symbiotischem Tanz engumschlungen. Die untergehende DDR als fröhliches Geländespiel mit Musik. [..]
tgl. 18:00 Uhr
Der Tag des Spatzen
Dokumentarfilm
D 2010, 100 min
Regie: Philip Scheffner
Es gibt Filme, die das Leben verändern, den Lauf der Geschichte oder das Weltgeschehen beeinflussen. Um nichts weniger geht es in Der Tag des Spatzen – nur, dass der Film diese Geschichte andersherum aufrollt. Philip Scheffner, selbst leidenschaftlicher Hobby-Vogelbeobachter, widmet in seinem neuen Film einem ganz bestimmten Spatzen, der es in dieser entscheidenden Rolle zu Weltruhm gebracht hat, eine kühne Hommage.
Mit der Akribie eines Detektivs macht sich Philip Scheffner auf eine fantastische Spurensuche, die von der Ermordung des Spatzen durch einen niederländischen Medienkonzern zu einem fast vergessenen Ferienort an der Ostsee führt und schließlich an den Zäunen verbotener Zonen der west- und ostdeutschen Provinzen und Vorstädte endet. Eine bis zur Besessenheit präzise Kamera und eine überaufmerksame Tonspur leiten dieses filmische Ermittlungsverfahren, das sich zu einem zeitgenössischen Polit-Thriller wandelt.
Völlig verblüffend, außer vielleicht für gewisse Vogelbeobachter und Piloten, denen die Ähnlichkeiten zwischen lieblichen Mosellandschaften und afghanischen Schlachtfeldern schon lange aufgefallen ist. So war es wohl kein Zufall, dass sich der Heldentod des Spatzen am selben Tag begab, als der 18. deutsche Soldat in Afghanistan fiel.
freitag.de
Der Film gibt nicht vor, Indizien zu präsentieren, sondern legt Spuren aus. Seine Bilder werden gedanklich aufgeladen, aber sie schreiben nichts fest. Die Kamera vertraut auf die Geduld und Aufmerksamkeit des Vogelkundlers. Ihr statischer, neutraler Blick entdeckt zusehends in den Landschaften eine Doppeldeutigkeit...
Die beschaulichen, arglosen Landschaften Deutschlands entpuppen sich als bedrohlich versehrte Idyllen. In ihnen herrscht Unfrieden. [..]

Filmreihe Atom Egoyan
Zum 50. Geburtstag des kanadisch-armenischen Regisseurs (geb. 19.07.1960) zeigen wir zwei Wochen lang vier ältere Filme des ausgesprochenen Kunstfilmers. Warum der Regisseur eigentllich diesen seltsamen Vornamen hat? Wikipedia weiß es: aus Begeisterung für den Bau des ersten ägyptischen Atomreaktors nannten die armenischen Eltern ihr in Kairo geborenes Kind Atom. So einfach ist das.
22.07.2010 16:00

Florian Günther liest: Poesie des Untergrunds
Der Berliner Dichter Florian Günther ist wieder zu Gast in den Tilsiter Lichtspielen.
"Huren, Sex mit der Kanzlerin und Fauser!" - Interview mit Florian Günther
03.07.2010 18:00

Afrikanisches Schnitzel
D 2010, 90 min
Regie u. Buch: Mario Lehmann
mit: Konstantin Häfner, Lars Kockjoy
Das neue Projekt der Filmfactory des Kunstkreises Beeskow mit dem Titel "Afrikanisches Schnitzel" ist eine groteske Horror-Komödie, bei der es um einen intelligenten Virus aus dem Weltall geht. Er wurde von den "Stullianern" entwickelt, um die Menschen als eine Art Wirtstiere zu missbrauchen. Mittels eines Asteroiden gelang das Virus auf die Erde. Es verwandelt Menschen zu vegetarischen Zombies. Alle Infizierten bekommen einen humpelnden Gang, schiefe Zähne und haben einen zweistelligen Intelligenz-Quotienten.
War!
Epilogue
In the Action
Preliminaries
WAR! - Epilogue:
The Messenger (OV)
USA 2009, 105 min
Regie: Oren Moverman
Mit: Woody Harrelson, Ben Foster
Wie kann man ein normales Leben führen, wenn man den Tod bringt? In seinem hochgelobten Erstlingswerk begleitet Regisseur Oren Moverman zwei Offiziere, die sich täglich aufs Neue der grausamen Aufgabe stellen müssen, den Angehörigen gefallener Soldaten die schlimmste aller Nachrichten zu überbringen. Zwischen den beiden Männern, jeder auf seine Art zutiefst einsam, entsteht etwas wie Freundschaft.
Kein Kriegsfilm, und doch ist der Krieg immer präsent: in seinem sensiblen Drama, mit dem er auch seine eigene Militärzeit verarbeitet, widmet sich Oren Moverman jenen Opfern, die der Krieg abseits der Krisenherde fordert: den Hinterbliebenen, den traumatisierten Veteranen und ihrem ganz persönlichen Kampf, das Leben wieder als lebenswert zu betrachten.
Mit viel Feingefühl und einer Prise befreienden Humors untersucht der Film universelle Themen wie Trauer, Verlust, Hoffnung und Liebe.
WAR! - Preliminaries:
Starship Troopers (OV)
USA 1997, 128 min
Regie: Paul Verhoeven
Mit: Casper van Dien, Denise Richards
Und der dritte Film in unserer kleinen WAR!-Trilogie beschäftigt sich auf sehr effektive Weise mit den propagandistischen Voraussetzungen für jeden Krieg: STARSHIP TROOPERS, Paul Verhoevens (Hollands Kuckucksei in Hollywood) brutaler, distanzloser und verblüffend mitreißender Kriegsfilm gerät durch die weit überzogenen und dennoch perfekt umgesetzten propagandistischen Stilmittel zur wirkungsvollsten Satire in diesem Genre.
Als hätte Jerry Bruckheimer (Top Gun, Armageddon, Pearl Harbor, Black Hawk Down) Leni Riefenstahl produziert, mit dem Motto: Mach es so, dass die Zuschauer danach in Polen einmarschieren wollen. Horrorszenario einer schönen neuen Welt, in der die Bürgerschaft durch den Militärdienst erworben werden muss, falls man nicht „Zivilist“ bleiben möchte: Service guarantees Citizenship!
Junge, schöne, physisch und psychisch überlegene und auch noch vollkommen gleichberechtigte Menschen ziehen begeistert in den totalen Krieg und sterben zu Hunderttausenden. Aber bis zum Schluß heißt es: They‘ll keep fighting! And they'll win!
Stets noch haben Verstand und Vernunft zugunsten dieser heroischen Worte ins zweite Glied zurücktreten müssen, zuletzt und nahezu identisch vernommen bei der militärischen Trauerzeremonie für die getöteten Bundeswehrsoldaten in Afghanistan.
We have the ships, we have the weapons, what we need are soldiers - soldiers like you!
WAR! - In The Action:
The Hurt Locker (OmU)
USA 2008, 134 min
Regie: Kathryn Bigelow
Mit: Jeremy Renner, Anthony Mackie, Guy Pearce
Prämiert mit 6 Oscars,
einschließlich Bester Film!
Als der Vorgesetzte zweier Soldaten im Einsatz stirbt, bekommt das Kommando einen neuen Anführer: Staff Sergeant William James. Ein Einzelkämpfer, der das Spiel mit dem Tod liebt und sein Team in ein waghalsiges Katz-und-Maus-Spiel treibt. Während seine Untergebenen vergeblich versuchen, ihren neuen Kommandanten zu kontrollieren und dabei an ihre physischen und psychischen Grenzen gelangen, explodiert die Stadt im Chaos des Häuserkampfes…
Ästhetisch raffinierter und sehr authentisch wirkender, oscarprämierter Psycho-Actionthriller über die Erlebnisse eines Bombenräumkommandos in Bagdad und den Rausch der Gewalt, der „Droge des Krieges“. Und eine Dekodierung der Symbole des Mannestums.
tgl. 20:00 Uhr

faz.net
Dies ist einer der schonungslosesten Kriegsfilme, dabei hört und sieht man vom Krieg gar nichts. Keine Bilder von der Front, keine Verletzten oder Toten, noch nicht einmal Rückblenden. [..]
zeit.de
Ein Stationendrama, eine Abfolge erschütternder Szenen, eigentlich eine Kriegshandlung im Frieden. Movermans Idee ist zwingend, und sie geht auf: Weil der Tod undarstellbar ist, muss man ihn perspektivisch brechen – in der Schockstarre der Hinterbliebenen, in der regungslosen Trauer der Kinder und den zerfurchten, schlecht vernarbten Gesichtern der Todesboten. [..]
29.07.-04.08.
tgl. 22:00 Uhr

spiegel.de
Wer unvorbereitet in diesen Film geht und nicht mehr erwartet als Zoff mit außerirdischen Killerkakerlaken, wird, ziemlich verstört, ein Meisterwerk faschistischer Lichtspielkunst entdecken. Er wird dasitzen und sagen: "Das kann doch nicht - darf doch nicht - ernst gemeint sein."...
"Starship Troopers" ist eine düstere Zukunftsvision, perfide getarnt durch leuchtend grelle Farben. Eine wunderbare Klamotte für aufgeklärte Zuseher. Und hier beginnt das Dilemma... [..]
tagesspiegel.de
"Liebe ist nur ein Trick der Natur" - Interview mit Paul Verhoeven [..]
22.07.-28.07.
tgl. 22:00 Uhr

tagesspiegel.de
Beobachten, wer einen beobachtet. Sehen und dabei unsichtbar bleiben. Ungemütlich ist dieser Film auch deshalb, weil Krieg und Kino einander so verdammt ähnlich werden. Seit Paul Virilio ist das kein neuer Gedanke. Aber er geht einem hier gefährlich nahe. [..]
zeit.de
Der moderne amerikanische Kriegsfilm ist eine Art desaströser Entwicklungsroman. Sein Thema ist die Desillusionierung, Traumatisierung und Bestialisierung des Soldaten durch den Krieg. Diesen Krieg, wo auch immer er stattfindet, betritt der Soldat als halbwegs normales menschliches Wesen. Er verlässt ihn als Wrack oder Psychopath oder beides in einem. [..]
Was noch läuft
Zur Programmübersicht Juli 2010
Berlin Calling (engl.UT)
D 2008, 109 min
Regie u. Buch: Hannes Stöhr
Musik: DJ Kalkbrenner
mit: Paul Kalkbrenner,
Rita Lengyel, Corinna Harfouch
Der Friedrichshainer DJ Paul Kalkbrenner ist Martin Karow ist DJ Ickarus und fliegt von Gig zu Gig, von Stadt zu Stadt und von einem Trip zum nächsten und von da in die Klinik. Psychiaterin Petra Pau (Corinna Harfouch) soll ihn von den Drogen runterbringen und therapieren, doch immer wieder bricht Ickarus die Regeln, flippt aus und feiert seine Exzesse.
Toller Film über Drogen, Musik und Rauschzustände, über das Musikbusiness und natürlich über Friedrichshainer Hippness. Einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre und der erfolgreichste Filme bei uns in den Tilsiter Lichtspielen ever!

fr-online.de
"Berlin Calling" ist ein Film, bei dem man sich fragt, warum ihn nicht schon vor zehn Jahren jemand gedreht hat. Und dann ist man doch froh, dass es niemand tat. Denn besser wäre es wohl nicht geworden. [..]























