Filmemacher
zu Gast im Kino
29.07. 18:00 Uhr
Der Tag des Spatzen
Dokumentarfilm
D 2010, 100 min
Publikumsgespräch mit Regisseur Philip Scheffner und Co-Autorin Merle Kröger
22.07.2010 16:00

Florian Günther liest: Poesie des Untergrunds
Der Berliner Dichter Florian Günther ist wieder zu Gast in den Tilsiter Lichtspielen.
"Huren, Sex mit der Kanzlerin und Fauser!" - Interview mit Florian Günther
03.07.2010 18:00
Afrikanisches Schnitzel
D 2010, 90 min
Regie u. Buch: Mario Lehmann
mit: Konstantin Häfner, Lars Kockjoy
Das neue Projekt der Filmfactory des Kunstkreises Beeskow mit dem Titel "Afrikanisches Schnitzel" ist eine groteske Horror-Komödie, bei der es um einen intelligenten Virus aus dem Weltall geht. Er wurde von den "Stullianern" entwickelt, um die Menschen als eine Art Wirtstiere zu missbrauchen. Mittels eines Asteroiden gelang das Virus auf die Erde. Es verwandelt Menschen zu vegetarischen Zombies. Alle Infizierten bekommen einen humpelnden Gang, schiefe Zähne und haben einen zweistelligen Intelligenz-Quotienten.
Filmreihe Atom Egoyan
Zum 50. Geburtstag des kanadisch-armenischen Regisseurs (geb. 19.07.1960) zeigen wir zwei Wochen lang vier ältere Filme des ausgesprochenen Kunstfilmers. Warum der Regisseur eigentllich diesen seltsamen Vornamen hat? Wikipedia weiß es: aus Begeisterung für den Bau des ersten ägyptischen Atomreaktors nannten die armenischen Eltern ihr in Kairo geborenes Kind Atom. So einfach ist das.

15.-21.07. 18:00
The Adjuster (OV)
Kanada 1991, 102 min
Regie u. Buch: Atom Egoyan
mit: Elias Koteas, Arsinée Khanjian
Filmisches Vexierspiel um einen Versicherungsangestellten, der gewissenhaft den Schaden bestimmt, den die Opfer von Brandunglücken erlitten haben, um seine Frau, die als Zensorin für pornografische Filme arbeitet, und um weitere Personen auf der Suche nach Lebensmodellen und -entwürfen. Eine intelligente, anspielungsreiche Auseinandersetzung mit den Abgründen vorgeblicher "Normalität", in der sich die Menschen einrichten.

15.-21.07. 18:00
Exotica (OV)
Kanada 1994, 103 min
Regie u. Buch: Atom Egoyan
mit: Mia Kirshner, Elias Koteas
Um die zentrale Gestalt eines Zollfahnders, der vor Jahren ein Kind verloren hat und nun allabendlich in einem Striptease-Club dieselbe Tänzerin betrachtet, rankt sich eine virtuos verschachtelte Fülle von Episoden und Schicksalen. Hinter den "exotischen" Verhaltensweisen und Ritualen der Figuren werden Stück für Stück deren verschüttete Gefühlswelten offenbar. Ein intelligentes Vexierspiel, hinter dessen scheinbarer emotionaler Distanz eine bedingungslose Neugier und Anteilnahme für die Figuren sichtbar wird, wobei Faszination und Erschrecken im zentralen Begriff der "Exotik" eine untrennbare Verbindung eingehen.

22.-28.07. 18:00
Ararat (OV + engl.UT)
CAN/F 2002, 115 min
Regie u. Buch: Atom Egoyan
Mit: Charles Aznavour, Christopher Plummer
Verschachteltes Drama von Atom Egoyan über die Frage, wie sich heute im Ausland lebende Armenier des historischen Massenmordes an ihren Vorfahren erinnern sollen, denen in den Jahren 1915 bis 1918 auf Bereiten und mit Duldung der jungtürkischen Regierung 1,5 Mio. Menschen zum Opfer fielen.
Die Wege und Schicksale einer Handvoll Menschen kreuzen sich dabei entlang der Dreharbeiten zu einem Historienfilm, der den Genozid im Stile Hollywoods rekonstruieren will. Kein historisierendes Drama, sondern eine kunstvolle Reflexion über Schwierigkeiten sowie die Notwendigkeit des Erinnerns, wobei der ebenso intelligente wie entschlossene Film mitunter bittere Wahrheiten zumutet.

24.-26.07. 18:00
Family Viewing (OV)
Kanada 1987, 87 min
Regie u. Buch: Atom Egoyan
Mit: David Hemblen, Aidan Tierney
Mit seinem Wunsch, die Großmutter aus einem Pflegeheim nach Hause zu holen, stößt der 18jährige Van bei seinem videobesessenen Vater auf taube Ohren. Als Van das trost- und sprachlose Familienleben nicht länger aushält, "entführt" er die Großmutter mit Unterstützung der Geliebten.
Intelligente, mit bitterem Humor gezeichnete komplexe Vision eines kalten, von audiovisuellen Medien diktierten Großstadtalltags, in dem die Kommunikation auf ein Mindestmaß schrumpft. Ein wichtiger Beitrag des unabhängigen kanadischen Kinos.
Kinoprogramm Juli 2010
WAR! - Epilogue:
The Messenger (OV)
USA 2009, 105 min
Regie: Oren Moverman
Mit: Woody Harrelson, Ben Foster
Wie kann man ein normales Leben führen, wenn man den Tod bringt? In seinem hochgelobten Erstlingswerk begleitet Regisseur Oren Moverman zwei Offiziere, die sich täglich aufs Neue der grausamen Aufgabe stellen müssen, den Angehörigen gefallener Soldaten die schlimmste aller Nachrichten zu überbringen. Zwischen den beiden Männern, jeder auf seine Art zutiefst einsam, entsteht etwas wie Freundschaft.
Kein Kriegsfilm, und doch ist der Krieg immer präsent: in seinem sensiblen Drama, mit dem er auch seine eigene Militärzeit verarbeitet, widmet sich Oren Moverman jenen Opfern, die der Krieg abseits der Krisenherde fordert: den Hinterbliebenen, den traumatisierten Veteranen und ihrem ganz persönlichen Kampf, das Leben wieder als lebenswert zu betrachten.
Mit viel Feingefühl und einer Prise befreienden Humors untersucht der Film universelle Themen wie Trauer, Verlust, Hoffnung und Liebe.
WAR! - In The Action:
The Hurt Locker (OmU)
USA 2008, 134 min
Regie: Kathryn Bigelow
Mit: Jeremy Renner, Anthony Mackie, Guy Pearce
Prämiert mit 6 Oscars,
einschließlich Bester Film!
Als der Vorgesetzte zweier Soldaten im Einsatz stirbt, bekommt das Kommando einen neuen Anführer: Staff Sergeant William James. Ein Einzelkämpfer, der das Spiel mit dem Tod liebt und sein Team in ein waghalsiges Katz-und-Maus-Spiel treibt. Während seine Untergebenen vergeblich versuchen, ihren neuen Kommandanten zu kontrollieren und dabei an ihre physischen und psychischen Grenzen gelangen, explodiert die Stadt im Chaos des Häuserkampfes…
Ästhetisch raffinierter und sehr authentisch wirkender, oscarprämierter Psycho-Actionthriller über die Erlebnisse eines Bombenräumkommandos in Bagdad und den Rausch der Gewalt, der „Droge des Krieges“. Und eine Dekodierung der Symbole des Mannestums.
WAR! - Preliminaries:
Starship Troopers (OV)
USA 1997, 128 min
Regie: Paul Verhoeven
Mit: Casper van Dien, Denise Richards
Und der dritte Film in unserer kleinen WAR!-Trilogie beschäftigt sich auf sehr effektive Weise mit den propagandistischen Voraussetzungen für jeden Krieg: STARSHIP TROOPERS, Paul Verhoevens (Hollands Kuckucksei in Hollywood) brutaler, distanzloser und verblüffend mitreißender Kriegsfilm gerät durch die weit überzogenen und dennoch perfekt umgesetzten propagandistischen Stilmittel zur wirkungsvollsten Satire in diesem Genre.
Als hätte Jerry Bruckheimer (Top Gun, Armageddon, Pearl Harbor, Black Hawk Down) Leni Riefenstahl produziert, mit dem Motto: Mach es so, dass die Zuschauer danach in Polen einmarschieren wollen. Horrorszenario einer schönen neuen Welt, in der die Bürgerschaft durch den Militärdienst erworben werden muss, falls man nicht „Zivilist“ bleiben möchte: Service guarantees Citizenship!
Junge, schöne, physisch und psychisch überlegene und auch noch vollkommen gleichberechtigte Menschen ziehen begeistert in den totalen Krieg und sterben zu Hunderttausenden. Aber bis zum Schluß heißt es: They‘ll keep fighting! And they'll win!
Stets noch haben Verstand und Vernunft zugunsten dieser heroischen Worte ins zweite Glied zurücktreten müssen, zuletzt und nahezu identisch vernommen bei der militärischen Trauerzeremonie für die getöteten Bundeswehrsoldaten in Afghanistan.
We have the ships, we have the weapons, what we need are soldiers - soldiers like you!
tgl. 20:00 Uhr

faz.net
Dies ist einer der schonungslosesten Kriegsfilme, dabei hört und sieht man vom Krieg gar nichts. Keine Bilder von der Front, keine Verletzten oder Toten, noch nicht einmal Rückblenden. »
zeit.de
Ein Stationendrama, eine Abfolge erschütternder Szenen, eigentlich eine Kriegshandlung im Frieden. Movermans Idee ist zwingend, und sie geht auf: Weil der Tod undarstellbar ist, muss man ihn perspektivisch brechen – in der Schockstarre der Hinterbliebenen, in der regungslosen Trauer der Kinder und den zerfurchten, schlecht vernarbten Gesichtern der Todesboten. »
22.07.-28.07.
tgl. 22:00 Uhr

tagesspiegel.de
Beobachten, wer einen beobachtet. Sehen und dabei unsichtbar bleiben. Ungemütlich ist dieser Film auch deshalb, weil Krieg und Kino einander so verdammt ähnlich werden. Seit Paul Virilio ist das kein neuer Gedanke. Aber er geht einem hier gefährlich nahe. »
zeit.de
Der moderne amerikanische Kriegsfilm ist eine Art desaströser Entwicklungsroman. Sein Thema ist die Desillusionierung, Traumatisierung und Bestialisierung des Soldaten durch den Krieg. Diesen Krieg, wo auch immer er stattfindet, betritt der Soldat als halbwegs normales menschliches Wesen. Er verlässt ihn als Wrack oder Psychopath oder beides in einem. »
29.07.-04.08.
tgl. 22:00 Uhr

spiegel.de
Wer unvorbereitet in diesen Film geht und nicht mehr erwartet als Zoff mit außerirdischen Killerkakerlaken, wird, ziemlich verstört, ein Meisterwerk faschistischer Lichtspielkunst entdecken. Er wird dasitzen und sagen: "Das kann doch nicht - darf doch nicht - ernst gemeint sein."...
"Starship Troopers" ist eine düstere Zukunftsvision, perfide getarnt durch leuchtend grelle Farben. Eine wunderbare Klamotte für aufgeklärte Zuseher. Und hier beginnt das Dilemma... »
tagesspiegel.de
"Liebe ist nur ein Trick der Natur" - Interview mit Paul Verhoeven »
Five Minutes of Heaven (OmU)
IRL/UK 2009, 90 min
Regie: Oliver Hirschbiegel
Mit: Liam Neeson, James Nesbitt, Mark Davidson, Kevin O'Neill
Lurgan, Nordirland, 1975. Der Bürgerkrieg zwischen der katholischen IRA, die für ein unabhängiges Irland kämpft, und der protestantischen Ulster Volunteer Force (UVF), die den Briten die Treue hält, bestimmt das tägliche Leben der Einwohner. Auch der 16-jährige Alistair Little will sich am Kampf beteiligen und tritt der UVF bei. Als er den Auftrag bekommt, den Katholiken James Griffin als Warnung an die Gegenseite zu töten, zögert er keine Sekunde. Und so muss der 11-jährige Joe mit ansehen, wie sein großer Bruder James mit einem Kopfschuss hingerichtet wird.
30 Jahre später wird ein Treffen zwischen Alistair, der seine Strafe im Gefängnis abgesessen hat, und Joe arrangiert. Die Begegnung soll vor laufender Kamera stattfinden und im Rahmen des Friedensprozesses ein Zeichen der Versöhnung setzen. Das Fernsehteam ahnt jedoch nicht, dass Joe nicht an Versöhnung denkt. Er sinnt auf Rache.
Der Film erzählt von den Folgen der Gewalt, die Nordirland seit den 1960er Jahren bis zum Beginn des Friedensprozesses 1998 heimgesucht hat. Das Drehbuch basiert auf der authentischen Geschichte von Alistair Little und Joe Griffin. Autor Guy Hibbert hat mit beiden Männern ebenso ausführliche wie schmerzhafte Gespräche geführt, welche die Grundlage für das Drehbuch bilden.
deutschlandradio kultur
Ein aufwühlender Film, ein packender Menschen-Thriller, ein verbaler Horrorfilm. Was Gewalt mit Menschen lebenslang anstellt, anrichtet, ist das Grundmotiv. Behutsam, zerstörend, aufwühlend, nachvollziehbar, jederzeit. Mit klugen, spannenden "Gedankenaktionen", die unter die Haut gehen, weil die Darsteller so intensiv spielen in einer unglaublich aufregenden körpersprachlichen Dauerbewegung, fiebrig, nervös, kaputt, hoffend, bangend, wütend, deprimierend, als zerfressende An-Spannung, die permanent präsent ist, permanent. Eine sensible, dichte Wut-Trauer-Performance. Mit viel dichtem Suspense-Gefühl und Suspense-Geschmack. »
Bedways
D 2010, 76 min
Regie u. Buch: RP Kahl
Musik: Sissimetall
Mit: Miriam Mayet, Lana Cooper, Matthias Faust, Laura Tonke, Arno Frisch
Berlin is the shelter
Love is impossible
Flesh is the law
Ein heruntergekommenes, fast leeres Apartment in Berlin Mitte. Nina trifft sich mit Hans und Marie, zwei jungen Schauspielern, um für ein paar Tage die winterlich kalte Außenwelt hinter sich zu lassen und Probeaufnahmen für einen Film zu drehen, einen Film über Liebe und echten Sex. Ihr Script besteht aus vagen Skizzen, Szenen sind nur dazu da, um mehr über die Story herauszufinden.
RP Kahl untersucht in seinem neuen Spielfilm BEDWAYS Liebe und ihre Abstraktion. Die Liebe ist kein unbeschreibbares Gefühl, sondern ein Kommunikationscode, ein Verhaltensmodell, das gespielt, inszeniert werden kann. Eine junge Regisseurin experimentiert mit Film, mit Körpern. Auf der Suche nach Bildern von echtem Sex wechselt sie am Ende den Standpunkt und inszeniert sich selbst vor einer Kamera.
zitty: "Wow, Berghain, oder?"
RP Kahl, 39, ist seit 20 Jahren in der hiesigen Filmszene aktiv. So spielte er 1997 in Oskar Roehlers Langfilmdebüt "Silvester Countdown" die Hauptrolle oder war in Hannes Stoehrs "Berlin Calling" zu sehen. Als Regisseur legte das quirlige Multitalent 1998 sein Langfilmdebüt "Angel Express" vor. "Bedways" ist Kahls zweiter Spielfilm. Als Autor, Produzent und Regisseur erzählt er hier von einer jungen Filmemacherin, die mit einem Schauspielerpaar für einen Film probt, sich dabei aber eigentlich nur über sich selbst klar werden will... Interview mit RP Kahl
Fantastic Mr. Fox (OV)
USA 2009, 87 min
Regie: Wes Anderson
Vorlage: Roald Dahl
Voices: Bill Murray, Meryl Streep, Willem Dafoe, George Clooney, Owen Wilson
Mr. und Mrs. Fox führen mit ihrem Sohn Ash und ihrem Neffen Kristofferson ein idyllisches Familienleben. Doch Mr. Fox bringt durch seine alte Leidenschaft der Hühnerjagd nicht nur seine geliebte Familie, sondern die gesamte Tiergemeinschaft in Gefahr. Die drei bösen Bauern Boggis, Bunce und Bean jagen den gewieften Fuchs und wollen ihn, koste es was es wolle, aus dem Weg räumen. Doch Mr. Fox heckt mal wieder einen genialen, einen fantastischen Plan aus, die tölpelhaften Bauern zu überlisten...
DER FANTASTISCHE MR. FOX ist der erste Animationsfilm von Regisseur Wes Anderson (The Royal Tenenbaums, Die Tiefseetaucher, Darjeeling Unlimited). Mit Hilfe der klassischen Stop-Motion-Animationstechnik entwickelt er seine ganz eigene Vision des gleichnamigen Bestsellers von Roald Dahl (Kuschelmuschel, Charlie und die Schokoladenfabrik, James und der Riesenpfirsich).
Berlin Calling (engl.UT)
D 2008, 109 min
Regie u. Buch: Hannes Stöhr
Musik: DJ Kalkbrenner
mit: Paul Kalkbrenner,
Rita Lengyel, Corinna Harfouch
Der Friedrichshainer DJ Paul Kalkbrenner ist Martin Karow ist DJ Ickarus und fliegt von Gig zu Gig, von Stadt zu Stadt und von einem Trip zum nächsten und von da in die Klinik. Psychiaterin Petra Pau (Corinna Harfouch) soll ihn von den Drogen runterbringen und therapieren, doch immer wieder bricht Ickarus die Regeln, flippt aus und feiert seine Exzesse.
Toller Film über Drogen, Musik und Rauschzustände, über das Musikbusiness und natürlich über Friedrichshainer Hippness. Einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre und der erfolgreichste Filme bei uns in den Tilsiter Lichtspielen ever!
































